Anfang Juni neigt sich die Spargelsaison ihrem Ende entgegen. Noch wenige Tage, dann verschwinden die weißen und grünen Stangen vom Markt – bis zum nächsten Frühling. Wer jetzt zögert, verpasst den letzten Augenblick, um frischen Spargel in seiner vollen Süße und Zartheit zu genießen. Dieser Salat ist eine Hommage an den flüchtigen Moment, wenn Spargel und Erdbeeren gleichzeitig Saison haben – ein Zusammentreffen, das die Natur nur wenige Wochen lang erlaubt.
Die Kombination aus knackigem grünem Spargel, reifen Erdbeeren und cremigem Ziegenkäse braucht keine lange Vorbereitung und keine komplizierte Technik. In 15 Minuten entsteht ein Salat, der nach Sommer riecht, nach Marktstand schmeckt und mit seiner Balance aus Säure, Süße und würziger Frische überrascht. Es lohnt sich, den Spargelstand noch einmal aufzusuchen – vielleicht zum allerletzten Mal in diesem Jahr.
| Vorbereitung | 15 Min. |
| Garzeit | 3–4 Min. |
| Portionen | 2 Personen |
| Schwierigkeitsgrad | Einfach |
| Kosten | €€ |
| Saison | Grüner Spargel, Erdbeeren – Frühjahr/Frühsommer |
Geeignet für: Vegetarisch · Glutenfrei · Kohlenhydratarm
Zutaten
- 500 g grüner Spargel, frisch und fest
- 250 g reife Erdbeeren
- 120 g Ziegenkäse (Bûche oder Frischkäse-Variante)
- 2 EL hochwertiges Olivenöl, extra vergine
- 1 EL Weißweinessig oder heller Balsamicoessig
- 1 TL Honig, flüssig
- 1 Handvoll frische Minze oder Basilikum
- Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 30 g Pinienkerne oder gehackte Walnüsse (optional, geröstet)
Utensilien
- Großer Topf oder tiefe Pfanne
- Schüssel mit Eiswasser
- Kleines Schneidebrett und Messer
- Kleine Schüssel für das Dressing
- Pinzette oder Salatbesteck
Zubereitung
1. Spargel vorbereiten und blanchieren
Den grünen Spargel kalt abspülen und die holzigen Enden abbrechen – sie brechen von selbst an der richtigen Stelle, wenn man die Stange leicht biegt. Im Gegensatz zu weißem Spargel muss grüner Spargel nicht geschält werden. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Spargel für 2 bis 3 Minuten blanchieren: Er soll noch Biss haben, also eine leichte Spannung beim Hineinbeißen. Sofort in das vorbereitete Eiswasser tauchen – dieses Abschrecken stoppt den Garprozess abrupt und bewahrt die leuchtend grüne Farbe sowie die Knackigkeit. Den Spargel auf einem Küchentuch gut trocknen.
2. Erdbeeren und Kräuter vorbereiten
Die Erdbeeren waschen, trocken tupfen und die Stiele entfernen. Je nach Größe halbieren oder vierteln – sie sollen in mundgerechten Stücken vorliegen, die sich mit dem Spargel auf die Gabel nehmen lassen. Die frische Minze oder das Basilikum grob zupfen, nicht schneiden: Ein Messer oxidiert die Blätter schnell und lässt sie dunkel werden, die Hand bewahrt das frische Aroma länger. Den Ziegenkäse in Scheiben oder grobe Brocken zerteilen.
3. Dressing anrühren
In einer kleinen Schüssel Olivenöl, Weißweinessig und Honig mit einem Löffel kräftig verrühren, bis sich eine leicht emulgierte, leicht viskose Sauce bildet. Mit Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Das Dressing soll eine deutliche Säure haben, die durch den Honig sanft abgefedert wird – diese Balance hebt die Süße der Erdbeeren hervor, ohne sie zu überdecken. Wer mag, gibt eine Prise Zitronenschale oder einen Spritzer Zitronensaft hinzu.
4. Salat zusammenstellen
Den abgetrockneten Spargel auf einem Servierteller oder in einer flachen Schüssel anrichten. Die Erdbeerstücke gleichmäßig darüber verteilen. Den Ziegenkäse darüber bröckeln oder in Scheiben legen, sodass er wie ein weicher Gegenakzent zur Frische des Gemüses wirkt. Das Dressing von oben angießen – nicht zu viel auf einmal, der Salat soll glänzen, nicht schwimmen. Die Kräuter darüber streuen, zuletzt die gerösteten Pinienkerne oder Walnüsse für Textur und ein leicht nussiges Aroma.
Mein Küchentipp
Grüner Spargel schmeckt am besten, wenn er wenige Stunden nach dem Kauf verarbeitet wird. Wer ihn am Markt kauft und die Enden in ein feuchtes Tuch wickelt, hält ihn bis zu einem Tag frisch. Das Blanchieren in stark gesalzenem Wasser – ähnlich wie bei Pasta – gibt dem Spargel Würze von innen heraus. Wer die Stangen statt im kochenden Wasser kurz in einer heißen Grillpfanne ohne Fett schwenkt, erhält leichte Röstaromen und eine minimal rauchige Note, die wunderbar mit dem milden Ziegenkäse harmoniert.
Getränkeempfehlung
Die Kombination aus pflanzlicher Bitterkeit des Spargels, fruchtig-säuerlichen Erdbeeren und dem cremig-tangy Ziegenkäse verlangt nach einem Wein mit lebendiger Säure und zurückhaltender Frucht.
Ein Grüner Veltliner aus dem Weinviertel oder der Wachau passt mit seiner pfeffrigen Frische und zitrusartigen Mineralität sehr gut. Alternativ ein trockener Sauvignon Blanc aus dem Burgenland oder dem Elsass – Stachelbeere, Grapefruit, frische Kräuter. Wer keinen Wein trinkt, greift zu einem Glas Mineralwasser mit einem Spritzer Zitrone und einigen Minzblättern oder zu einem kühlen Holunderblütensirup mit Sprudelwasser, der die Blütenfrische der Saison aufgreift.
Wissenswertes über diesen Salat
Grüner Spargel hat in Deutschland eine kürzere Tradition als sein weißer Bruder, der durch mühevolles Häufeln unter der Erde wächst. Der grüne wächst im Licht, entwickelt durch die Photosynthese Chlorophyll und damit seinen charakteristisch kräftigen, leicht grasigen Geschmack. In der deutschen Küche dominierte lange Zeit der weiße Spargel, besonders in Regionen wie dem Schwetzinger Ried oder Franken. Die Kombination von Spargel und Erdbeeren ist eine moderne Entdeckung der Saisonküche: Beide Produkte überschneiden sich in Mitteleuropa nur für wenige Wochen im Mai und Anfang Juni – ein kulinarisches Fenster, das Köche und Hobbyköche seit einigen Jahren bewusst nutzen.
Ziegenkäse als Begleiter ist dabei kein Zufall. Die leichte Säure und das charakteristische, leicht tierische Aroma des Fromage de chèvre bilden einen Kontrapunkt zur Süße der Erdbeere, ohne die Frische des Spargels zu erschlagen. Ähnliche Kombinationen finden sich in der französischen Bistroküche, wo Ziegenkäse schon lange mit Beeren und Salat serviert wird. Dieser Salat übernimmt diese Idee und gibt ihr einen eindeutig saisonalen, deutschen Charakter.
Nährwerte (pro Portion, Richtwerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~310 kcal |
| Eiweiß | ~14 g |
| Kohlenhydrate | ~16 g |
| davon Zucker | ~11 g |
| Fett | ~21 g |
| Ballaststoffe | ~4 g |
Häufige Fragen
Kann man diesen Salat im Voraus vorbereiten?
Der Spargel lässt sich mehrere Stunden im Voraus blanchieren und abgeschreckt im Kühlschrank aufbewahren. Die Erdbeeren sollten jedoch erst kurz vor dem Servieren geschnitten werden, da sie rasch Saft verlieren und weich werden. Das Dressing ebenfalls erst beim Anrichten zugeben, sonst wird der Salat wässrig und verliert seine Frische.
Wie bewahre ich Reste auf?
Angerichteter Salat mit Dressing hält sich im Kühlschrank bis zu einem Tag, verliert aber deutlich an Textur und Farbe. Besser ist es, die Komponenten getrennt aufzubewahren – Spargel in einer luftdichten Dose, Erdbeeren in einem kleinen Behälter, Dressing in einem Gläschen – und den Salat erst beim nächsten Verzehr frisch zusammenzustellen.
Welche Varianten oder Ersatzzutaten sind möglich?
Wer keinen Ziegenkäse mag, kann auf Feta (fester, salziger) oder einen milden Ricotta (cremiger, neutraler) ausweichen. Statt Erdbeeren funktionieren auch Himbeeren oder Kirschen – je nach Verfügbarkeit Anfang Juni. Grüner Spargel lässt sich zur Not durch weißen ersetzen, der dann jedoch vollständig gegart und leicht abgekühlt serviert wird. Für eine vegane Version fällt der Käse weg und wird durch gewürfelte, geröstete Kichererbsen oder cremige Cashewbrocken ersetzt.
Muss ich den grünen Spargel zwingend blanchieren?
Nein. Sehr frischer, dünner grüner Spargel kann roh serviert werden – er hat dann eine intensivere, etwas adstringierende Note und eine höhere Knackigkeit. Wer ihn roh verarbeiten möchte, schneidet die Stangen mit einem Sparschäler in dünne Längsstreifen, die sich mit dem Dressing marinieren lassen. Das Ergebnis ist ein anderer, aber ebenfalls vollwertiger Salat.
Wie erkenne ich frischen Spargel beim Kauf?
Frischer grüner Spargel hat geschlossene, feste Köpfe ohne braune Ränder. Die Stangen fühlen sich prall an und geben beim leichten Drücken nicht nach. Schneidet man zwei Stangen aneinander, entsteht ein quietschendes Geräusch – das ist ein zuverlässiges Zeichen für hohen Wassergehalt und Frische. Stangen mit trockenen Enden oder gelblichen Köpfen sind bereits mehrere Tage alt.



